Frau Perfekt ist defekt!

Über

Kurz vorab: Ein großes Thema, welches auch diesen Blog betrifft "Konzentrationsstörungen" mir fallen Namen nicht mehr ein, ich vergesse wichtig Dinge, wenn ich sie nicht aufschreibe und manchmal vergesse ich sogar, in den Kalender zu schauen. Mir fehlt die Konzentration um mit den Gedanken bei einer Sache zu bleiben. Der Körper hat nur bestimmte Programme und ist damit beschäftigt, die Emotion.exe zu verarbeiten und schaltet dafür einfach Konzentration.exe ab. Ich bin nicht in der Lage, einen Text fehlerfrei zu schreiben und finde auch manchmal nicht die richtigen Worte. Ich bitte an dieser Stelle um Nachsicht und wenn ihr etwas nicht verstanden habt, fragt gerne nach- sofern es euch interessiert.
 
 
 
Meine Freunde, Familie und einige Bekannte, wissen es schon seit längerer Zeit. Viele Facebook Freunde haben sich schon gefragt- warum jetzt Reha? Was hat sie denn? Und ganz schlaue "Bekannte" haben bereits bei nahen Angehörigen erfragt was sie denn nur hat, die Frau Perfekt? Und die Reaktion auf die Antwort war genau die Antwort darauf, warum ich nicht gleich jedem mitgeteilt habe was mit mir los ist. Diese Antwort lautete: "Ach, da hat sie sich wohl zu vile zugemutet?" 
 
Ich habe eine Depression. 
 
Weder ausgelöst von dem Tod meines Bruders, noch ausgelöst wegen irgendeiner überforderung mit der Selbständigkeit. Dadurch wurde die Depression natürlich gefördert, die kam aber vorher schon, einfach so- wie eine Erkältung. Für die sich auch keiner schämt, bei der man sich sogar treut zu posten: "Hey Leute, liege mit Grippe flach"...
 
Vor der Depression steht oft und leider auch in meinem Fall, die Sucht nach Perfektion! Funktioniere, leiste, optimiere Dein Leben und sei glücklich und stets gutaussehend dabei. 
Wann ich anfing mich zu perfektionieren? Das habe ich mich oft gefragt. Es wird sich so eingeschlichen haben. Ich war immer ein sehr angepasster Mensch, der möglicht jedem gerecht werden wollte und alles lächelnd und zur vollsten Zufriedenheit des Umfeldes erledigte. Freitags wurde die Treppe geputzt, was sollen die Nachbarn denn sonst denken!? Doch das war erst der Anfang. Ich hatte diese Züge schon bei UPS damals. Ich habe in höchstem Maße Leistung erbracht, so dass ich ganz schnell eine eigene Abteilung übernehmen konnte und somit ein wichtiger Baustein und Bestandteil für diese Firma war. Ob mich das glücklich gemacht hat? Nein! Anerkennung gab es nicht für mich! Ich war mit meinen zarten 20 Jahren als Abteilungsleiterin mit Kollegen die doppelt so alt waren und bereits 10 Jahre in der Firma arbeiteten.
Als "perfekte Mutter" hatte ich immer wieder damit zu kämpfen dass ich nicht perfekt war. Wenn die Nächte mal wieder kurz waren und das Geschrei laut, dann war ich völlig am Ende! Aber meist nicht wegen des Schlafmangels, sonder weil ich nicht perfekt genug war, das lächelnd und liebevoll zu ertragen. Ich hätte mich gerne glücklich lächelnd mit rosigen Wängchen im Schaukelstuhl gesehen. Statt dessen sass ich mit Augenringen auf der Couch und zickte den Säuglich an: "schlaf doch mal Du Schreihals".
Die perfekte Ehe, war die perfekte Katastrophe. Genau wie die 2. Ehe, die dämlichen Schwiegermütter, die verdammten Nachbarn im Traumhäschen, die im Club der Perfekten nur ganz perfekte aufnahmen und ich war natürlich ganz vorne mit dabei um im Club der Perfekten (Idioten) mithalten zu können. Bis dann auch dieser Traum platzte und ich plötzlich alleine da saß. Kein Job, kein Dach über dem Kopf, fremde Stadt, alleinerziehend mit 3 Kindern. Das alles konnte nur einen Grund haben! Ich war nicht perfekt genug gewesen. Also ging die Jagd nach Perfektion los. Das war im April 2010. Als dann im November gleichen Jahres mein Bruder verstarb, muss ich schon mit der Depression gekämpft haben, denn meine Mutter beschrieb es so: "sie trauert nicht, sie tut so als wäre nichts passiert". Andere beschwerten sich, dass ich am Wochenende ausging und tanzte. Als ich David im Januar 2011 kennenlernte, sagte er zu mir: " War das wirklich Dein Bruder? Das hört sich so an, als wäre der ein Bekannter Deines enfernt verschwägrten Cousin im Ausland passiert" Ich sagte dazu immer: "Das ist doch sein Weg und nicht meiner und das ist sein Problem und nicht meines". Natürlich trauerte ich, ich bedauerte eher... dass ich ihn nie wieder sehe, dass ausgerechnet mir das passiert und ich jetzt den Rest meines Lebens damit klarkommen müsste. Der Schmerz war nie greifbar, das Gefühl konnte ich nicht spüren. Ich rügte mich sogar dafür dass ich nichts hatte tun können und das zu verhindern.
Im April beginnt meine Flucht in die Perfektion. Der Vollzeitjob bei dem Vermögensverwalter, bei dem ich allein das Immobilienstandbein aufbaute und mich so ganz nebenbei noch ins Versicherungsgeschäft einarbeitete, kam mir das wohl sehr gelegen. Emotionoslos von morgens, bis abends funktionieren, perfektionieren und idealer Weise am Abend noch Aussendiensttermine. Dann zuhause kochen, waschen, Haushalt und natürlich eine gute, aber gestresste Mutter zu sein. Einige Tragödien und Umzüge später habe ich die Perfekte Wohnung und da diese natürlich auch ihren Preis hat, muss ich noch mehr arbeiten. Morgens um 7 Uhr perfekt gestriegelt im Büro sitzen, bis 16 Uhr und oft auch bis 18 Uhr. Nach Hause kommen, Kinder, Haushalt, Freundschaften Pflegen, kurz verschnaufen und dann bis mindestens Mitternacht die Selbständigkeit aufbauen. Klappte genau ein halbes Jahr, bis der Arzt mir sagte, es sei nicht gesund 18 Stunden am Tag zu arbeiten und dann nicht mehr schlafen zu können.
Das war im Juli 2013. Es dauerte noch bis März 2014, bis ich endlich die Überweisung zum Psychologen wahrnahm und mich überwand, mich dort Vorzustellen und die Depression diagnostizieren zu lassen. Ich erwartet eine kleine dunkle Praxid mit einem Arzt, fand jedoch ein großes Medizinisches Zentrum vor, auf dem groß und breit stand: Alexianer Klinikum. Na toll, im Alex dachte ich und wollte gleich wieder umdrehen, aber ich ging rein. Die Ärztin riet mir, einen Termin in der Tagesklinik zu machen und mich dort 4 Wochen lang teilstationär behandeln zu lassen. Ich schämte mich aber, ich wollte es einfach nicht wahrhaben und ich- die Powerfrau... ich doch nicht! Mir ging es ja im Vergleich noch extrem gut!? (Dachte ich) Im August 2014, die Kinder hatten Sommerferien und ich brachte sie Montags morgens zu ihrem Vater, sass ich nachmittags alleine zuhause und konnte mich mit nichts ablenken. Da überkam mich diese unendliche Leere in mir, sämtliche Schuldgefühle kamen in mir hoch und ich wäre fast Amok gelaufen, ich das Gefühl in mir, welche so leer und taub und stumm und dunkel und einsam ist, nicht ertragen und musste erst 2 Schlaftabletten um mich damit für einige Stunden zu betäuben. Als ich nach 16 Stunden wach wurde, sass David an meinem Bett. Er hatte versucht mich zu erreichen und machte sich Sorgen. Also kam er zu mir und kümmerte sich. Er rief in der Klinik an und machte einen Termin, 2 Tage später durfte ich schon kommen. 4 Wochen lang war ich jeden Tag in der Klinik, Sport, Entspannung, Gespräche, Ressourcentraining, Ergotherapie und viele Erkenntnisse über mich und mein Verhalten. Doch der Groschen fiel wohl nicht richtig, denn statt der angedachten Reha, die sich verzögerte und raus schob und dann hat das Ganze ziemlich krasse Züge angenommen. Aber davon berichte ich euch in einem meiner Blogeinträge.

Alter: 38
 


Werbung




Blog

Ein paar Profi-Tipps für mein Umfeld

 
 
 
 
Zunächst würde ich gerne von meiner persönlichen Seite aus sagen: Es ist gerade nicht leicht für mich, mit Hilfe umzugehen. Besonders schlimm muss es für meine Kinder und meine Familie sein.
Ich weiss dass es alle gut meinen und helfen möchten, viele gut gemeinte Sätze, lösen aber in mir tiefe Schuldgefühle aus! 
Meine Schwester sagte neulich zu mir: "Ich würde Dich gerne mit ins Kino oder in ein Café nehmen, aber ich weiss nicht, ob Dich meine Frage in Bedrängnis bringt, weil ich weiss dass Du nicht gerne absagst". Da habe ich mich total verstanden gefühlt. Ich wusste dass sie gerne etwas mit mir unternehmen möchte, liess mir jedoch den Zeitpunkt offen. So hatte ich die Möglichkeit einen "guten Tag" abzupassen und sie dann zu fragen, ob Sie auch Zeit und Lust hat. Ich hatte einen tollen Schwesternabend mit ihr. Das hat mir Kraft und Mut gegeben. (Danke Ela)
 
 
Ein Ereignis trübte jedoch die gute Stimmung und hätte mich fast wieder aus der Bahn geworfen. Eine Freundin hatte ein Liebestechnisches "Problem". Sie bat mich darum, ihr Problem anzuhören und bei der Lösung zu helfen. Dazu bin ich aber momentan nicht in der Lage. Ich fühle mich wie ein Autist, ich kann weder meine eigenen Gefühle wahrnehmen, noch die, meiner Mitmenschen. Ausserdem habe ich auch ein psychoisch krankes Kind zuhause und dahin geht derzeit auch 50% meiner Aufmerksamkeit, die Jungs bekommen leider nur je 25%. Bevor ich mich also um andere "Probleme" kümmere, hätten meine Kinder mich auch mal wieder dringend nötig. 
Dennoch kamen natürlich sofort schlimmste Schuldgefühle hoch. Eine knappe Antwort und ein böser Post bei facebook liessen also auch keinen Zweifel daran, dass diese Freundin zwar grundsätzlich weiss, wie schlecht es mir geht, sie ihre Bedürfnisse aber über meine stellt und mir das Gefühl gibt: "Stell dich nicht so beschissen an und Hilf mir". 
Die Freunde, die sich damit beschäftigt haben, wie es mir gerade geht, wären nicht auf die Idee gekommen überhaupt nach Pröblemlösungen zu fragen, man fragt doch auch niemanden der sich ein Bein gebrochen hat, ob er ihm bitte schnell was einkaufen geht, weil man sich selbst gerade nicht gut fühlt!? 
 
Die Akzeptanz ist einfach bei vielen nicht da, für psychische Erkrankungen und schon gar nicht bei Frau Perfekt, die ja sonst immer alles im Griff hatte. 
 
An dieser Stelle würde ich gerne die Profis zitieren:
 

Vorab etwas Grundsätzliches

Sie müssen vor allem wissen, dass eine Depression eine sehr ernste Sache ist. Auch wenn es von außen manchmal nicht leicht nachzuvollziehen ist: Der Betroffene simuliert nicht, sondern leidet wirklich – und das in einem hohen Maß. Auch eine depressive Verstimmung ist für den Betroffenen schlimm. Wann eine “echte” Depression vorliegt und wann eine depressive Verstimmung, vermag wohl ein ausgebildeter Therapeut oder Arzt zu sagen. Letztlich ist das für Sie aber auch unerheblich. Werten und urteilen Sie nicht, sondern akzeptieren Sie, dass der Betroffene leidet und geben Sie ihm oder ihr das Gefühl, da zu sein.

 

Sie können nicht allzu viel tun, aber immerhin…

Viel ist es nicht, was Sie tun können. Wenn Sie selbst kein ausgebildeter Psychologe oder Therapeut sind, sind Ihre Möglichkeiten sehr begrenzt. Oft ist es fast entscheidender, was Sie alles nicht tun sollten, wenngleich es auch ein paar Dinge gibt, die Sie tatsächlich machen können. Lesen Sie im folgenden unsere Tipps dazu:

 

Was Sie nicht tun oder sagen sollten, wenn jemand depressiv ist

 

 

 

 

Trivialisieren Sie die Depression oder depressive Stimmung nie

Versuchen Sie nicht, die Depression herunterzuspielen oder so zu tun, als wäre das alles nicht so schlimm. Ein depressiver Mensch leidet wirklich und wenn Sie sein Leiden herunterspielen, machen Sie die Situation für den Depressiven noch schlimmer. Ein harmloser Satz wie z.B. “Schau doch mal aus dem Fenster, wie schön die Sonne scheint” wirkt auf eine depressive Person furchtbar. Einerseits ist das Wetter vollkommen bedeutungslos für jemanden, der tief in einer Depression steckt. Und andererseits will er sich ja freuen können und weiß, dass es nicht angemessen ist, bei schönem Wetter deprimiert zu sein. So wird der Sonnenschein draußen als persönliches Scheitern erlebt und verstärkt noch die Depression.

Vergleichen Sie die Depression nicht mit Ihren eigenen Stimmungen

Sie sollten dem anderen auch nicht sagen, dass Sie selbst ebenfalls öfter deprimiert sind und dass Sie alles deshalb gut verstehen können. Erstens ist es wichtig, einen depressiven Menschen mit seinem Leid ernst zu nehmen und zweitens wäre die Tatsache, dass es auch Ihnen schon schlecht ging, keine Hilfe. Der andere fühlt sich dann eher noch schlechter oder bekommt das Gefühl, dass er mit seinem Leid gar keine Berechtigung hat, weil es anderen noch schlechter geht. Auch das wäre wieder ein weiterer Auslöser, sich noch deprimierter zu fühlen.

Sagen Sie nichts, was Schuldgefühle bereitet

Vermeiden Sie es auf jeden Fall, etwas zu sagen, was bei dem Deprimierten Schuldgefühle auslösen könnte. Weisen Sie ihn oder sie z.B. nicht daraufhin, wie gut er oder sie es doch hat oder dass es so viele Menschen gibt, die viel schlimmer dran sind. Auch der Hinweis, dass der Depressive andere Menschen belastet und ihnen Sorgen macht, ist überhaupt nicht hilfreich. Schuldgefühle sind in den meisten Fällen ein Hauptelement der Depression und ein Mehr an Schuldgefühlen verschärfen auch die Depression.

Versuchen Sie nicht, dem anderen durch Provokation zu helfen

Viele Menschen werden angesichts eines depressiven Menschen hilflos und reagieren oft aus dieser Hilflosigkeit heraus aggressiv. Sie versuchen den anderen dann vielleicht zu provozieren und so aus seinem seelischen Tief herauszubekommen. Tun Sie das nicht. Jemand, der deprimiert ist, kann mit Ihren Provokationen nicht umgehen. Sie werden ihn oder sie nur noch darin bestätigen, “nichts wert zu sein”.

Versuchen Sie nicht, den anderen aufzuheitern

Viele versuchen, einen deprimierten Menschen mit kleinen Witzen oder Späßen aufzuheitern. Das ist lieb gemeint, wird aber nicht funktionieren. Im Gegenteil – damit zeigen Sie dem anderen nur noch mehr, dass er nicht in der Lage ist, “normal” zu sein und über bestimmte Dinge zu lachen. Jeder Witz, über den der Depressive nicht lachen kann, ist ein weiterer Verstärker der depressiven Stimmung. Es ist für ihn oder sie wie ein Scheitern und wird als persönliche Unzulänglichkeit empfunden.

Glauben Sie nicht, die Therapeutenrolle übernehmen zu können

Auch wenn Sie vielleicht ein paar Artikel oder Bücher über Depressionen gelesen haben, sind Sie noch lange nicht dazu befähigt, dem anderen wirklich zu helfen. Helfen kann allenfalls ein Fachmann und selbst das erst dann, wenn die akute Phase der Depression abgeklungen ist. Unterlassen Sie deshalb auf jeden Fall gutgemeinte Versuche, die Ursachen zu finden und die Person zu analysieren, indem Sie in der Vergangenheit, Kindheit oder Ehe des Betroffenen herumbohren. Das steht Ihnen weder zu, noch können Sie das leisten, noch wird es helfen.

Spielen Sie nicht den Handwerker

Gerade wenn uns der deprimierte Mensch wichtig ist, möchten wir gerne helfen. Uns fallen dann hundert Dinge ein, die der andere doch tun könnte, damit es ihm besser geht. Das Problem ist ja aber gerade, dass der andere in seiner Depression eben nichts tun kann. Und durch gut gemeinte praktische Tipps fühlt er oder sie sich noch unzulänglicher. Auch der Vorschlag, z.B. eine einfache Entspannungstechnik anzuwenden, kann dieses Gefühl auslösen.

Vermeiden Sie “schlaue Sprüche”

Überhaupt nicht hilfreich sind kluge Sprüche, die vielen Menschen in solchen Situationen einfallen, wie z.B. “Ja, wir alle haben unser Kreuz zu tragen.” oder “Jeder ist für sich selbst verantwortlich – es liegt bei Dir selbst, Dich besser zu fühlen.” oder “Jeder hat mal einen schlechten Tag – das geht vorbei.” Mit solchen Sprüchen zeigen Sie nur, dass Sie nicht verstanden haben, dass eine Depression ein echtes Leiden ist, aus dem der oder die Betroffene in diesem Moment nicht herauskommt. Aktiv werden und etwas ändern kann ein Depressiver nur nach der akuten Depression.

 

Zusammengefasst: Sagen Sie also bitte nie so etwas wie…

  • “Hör doch einfach mit dem Jammern auf.”
  • “Was willst du eigentlich – dir geht es doch so gut.”
  • “Reiß dich doch mal zusammen.”
  • “Das alles entsteht doch nur in deinem Kopf – hör’ einfach auf damit!”
  • “Niemand hat je gesagt, dass das Leben einfach ist.”
  • “Hör auf, dich selbst zu bemitleiden.”
  • “Sei nicht so kindisch.”
  • “Es gibt eine Menge Menschen, denen es viel schlechter geht – die würden gerne mit dir tauschen!”
  • “Es gibt soviel, für das du dankbar sein kannst.”
  • “Na ja, deprimiert ist ja jeder mal.”
  • “Morgen ist ein besserer Tag.”
  • “Nun lach doch mal!”
  • “Lass dich nicht so hängen – geh raus und tu etwas, mach ein bisschen Sport und geh unter Leute.”
  • “Wenn du lächelst, siehst du viel schöner aus.”
  • “Versuchs doch mal mit einem heißen Bad, das entspannt (oder einem Kamillentee, einem Stück Schokolade usw.)”
  • “Dabei ist heute so ein wunderschöner Tag!”
  • “Denk doch mal an deinen armen Mann (die Frau, die Kinder, die Mutter), der macht sich doch Sorgen. So etwas hat der nicht verdient.”
  • “Denk doch mal an was Schönes.”

All das sind Sätze, die einen deprimierten Menschen eher noch tiefer in seine schwarze Stimmung stürzen. Unterdrücken Sie bitte unbedingt solche oder ähnliche Äußerungen.

 

Was Sie tun können, wenn jemand depremiert ist

 

 

 

 

Wie schon gesagt: Viel können Sie leider nicht tun. Und weil das sehr frustrierend sein kann, ist es besonders schwer als Angehöriger und Freund einen depressiven Menschen zu begleiten.

Das was Sie tun können, besteht vor allem darin, die Depression zusammen mit dem Betroffenen durchzustehen – und zwar ohne Vorwürfe, ungehaltene Ausbrüche oder Frust, sondern mit viel Liebe und Verständnis.

Aktiv helfen können Sie erst nach der Depression

Aktiv helfen können Sie eigentlich erst dann, wenn die akute Depression nachlässt und die Person wieder “klar denken” kann. Falls Sie das Vertrauen dieser Person haben und sie Ihnen gestattet, überhaupt als “Helfer” aktiv zu werden, können Sie nach der akuten Depression weitere Schritte überlegen. Sie können sich z.B. anbieten zu einem Therapeuten mitzufahren, einmal gemeinsam nach Literatur zu suchen oder zu recherchieren, ob es eine Selbsthilfegruppe in der Nähe gibt. Aber – wie schon gesagt – erst wenn:

  • es der Person wieder besser geht und
  • Sie die Erlaubnis haben, zu helfen.

Und das können Sie in der depressiven Phase tun

In der Depression können Sie vor allem da sein und da bleiben. Es geht darum, einfach zusammen mit dem Deprimierten diese Phase durchstehen. Ohne Wenn und Aber und ohne kluge Ratschläge. Fragen Sie danach, was der andere braucht. Besorgen Sie vielleicht etwas besonders Leckeres zu essen, aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn es nicht gegessen wird. Sie können sich sicher sein: Ihre liebevolle Aufmerksamkeit tut dem Deprimierten gut, auch wenn er oder sie es nicht zeigen kann. Besorgen Sie vielleicht auch ein paar frische Blumen. Verlassen Sie den Raum, wenn der andere allein sein möchte, aber bleiben Sie möglichst in der Wohnung – also verfügbar und ansprechbar, ohne sich aufzudrängen.

Angst nehmen und “Normalität” herstellen

Eine fundamentale Angst depressiver Menschen ist es, verlassen zu werden. Sie denken, dass sie nicht liebenswert sind und durch die Depression verschärft sich ihre Angst enorm. Es ist gut, wenn Sie diese Angst durch Worte und Verhalten auffangen können. Zeigen Sie, dass Sie den anderen mögen, indem Sie da sind. Und ganz wichtig: Sagen Sie es. Und das möglichst oft. Egal, wie oft der andere Ihre Worte in Zweifel zieht und auch wenn Sie das Gefühl haben, sich x-mal zu wiederholen.

Eine weitere Angst des Depressiven ist “verrückt” zu sein. Auch hier können Sie immer wieder mit Worten und Taten beschwichtigen und zum Ausdruck bringen, dass der andere nicht verrückt ist – am besten, indem Sie sich ganz normal verhalten und die Depression selbst annehmen.

Was Sie sagen können

Hier finden Sie einige hilfreiche Sätze, die Sie Menschen sagen können, die in einer depressiven Stimmung sind. Allerdings sagen Sie nie etwas, das Sie nicht auch ehrlich meinen. Depressive Menschen neigen dazu, kaum einem netten Wort zu glauben und zweifeln vieles an. Damit Sie sich von den dann möglichen Reaktionen nicht provozieren lassen und vielleicht zugeben müssen, etwas nur aus Trost zu sagen, sollten Sie lieber gleich ehrlich sein.

  • “Ich bin für dich da.”
  • “Ich mag (oder liebe) dich, ganz egal, wie es dir geht.”
  • “Möchtest du mal in den Arm genommen werden?”
  • “Kann ich etwas für dich tun?”
  • “Ich verlasse dich nicht.”
  • “Wir gehen da zusammen durch.”
  • “Du bist nicht allein – ich bin da.”
  • “Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Aber mach dir bitte keine Sorgen darüber, wie es mir geht, ich sorge gut für mich.”
  • “Für mich ist es wichtig mit dir zusammenzusein, ganz egal, wie es dir geht.”
  • “Ich kann natürlich nicht vollständig nachempfinden, wie es dir geht, aber ich sehe, wie sehr du leidest.”
  • “Wenn du reden willst – ich bin da. Es ist aber auch in Ordnung, wenn du nicht reden magst.”
  • “Es stört mich nicht, wenn du weinst. Ich liebe (mag) dich trotzdem.”
  • “Schlaf ruhig ein bisschen – du brauchst keine Angst haben, ich bin da, wenn du aufwachst.”
  • “Ruf mich jederzeit an, wenn du mich brauchst – ich komme. Auch nachts. 
Quelle:Zeit zu Leben
 

 

1 Kommentar 1.2.15 16:50, kommentieren