Frau Perfekt ist defekt!

Angefangen hat es...

 

... im Grunde ganz klassisch mit Schlafstörungen. Erschöpft war ich, na gut das war ja auch kein wunder- nach nem 18 Stunden Tag und dann konnte ich nicht einschlafen- durchschlafen usw. Ich hasse jede einzelne Nacht in der ich im Bett liege und nicht schlafen kann. Ich trinke abends häufig Wein, ich denke ich kann dann besser einschlafen, allerdings komme ich dann auch schnell in den blöden Kreislauf des Grübelns und Katastrophisierens, wenn es 2 oder 3 Wein werden, dann ist der gute Schlaf schon wieder gefährdet.

Unrurhe und so eine Art Getriebensein und das besonders nachts! Das führte dann auch widerum zu den Schlafstörungen. Sobald ich im Bett lag, kamen mir sämtliche Ideen, was ich statt zu schlafen, noch alles erledigen könne. Tagsüber war diese Unruhe etwas anders, ich habe mich dann gefühlt wie so ein Dampfkochtop, der gleich platzt, wenn er nicht sofort vom Herd genommen wird.Ich will dann am liebsten vor mir selbst weglaufen.

Später kamen tagsüber auch noch Panikattacken dazu. Das ging los mit Herzrasen und Atemnot. Meistens wenn ich gerade mal eine Pause machen wollte oder mich abends, wenn alles erledigt war, auf die Couch setzte. Dann kam Adrenalin, ein Urtrieb wurde geweckt- das Hirn meldete der Neandertaler Frau: Achtung! Gefahr! Mammut in Deiner Höhle- sofort panisch und schreiend durch die Höhle entkommen. Und nach der Panikattacke kam dann die totale Erschöpfung.

Diese innere Leere, Gefühllosigkeit, das ist das Schlimmste für mich. Die depressive Stimmung das Gefühl der Verzweiflung kommt quasi aus heiterem Himmel – also aus Sicht eines Außenstehenden und auch oft aus meiner Sicht, objektiv grundlos. Natürlich gibt es auch noch viele Momente in denen ich lache. Aber nicht mehr so aus tiefstem Herzen sondern manchmal ist das so ein: es wäre angemessen jetzt zu lachen, und machnmal ist es auch erheiternd, es fühlt sich nur nicht mehr so an. Zuversicht, Freude, meine Fröhlichkeit, aber auch Traurigkeit, weichen einem Zustand innerlicher Starre. Ich habe das gerne beschrieben als eine Mauer, die ich um mich herum gezogen habe. Das ist nicht so, dass ich jetzt keine Gefühle mehr habe. Sie wurden halt nur ersetzt durch: antriebslos, freudlos, hoffnungslos, kraftlos, mutlos und bei mir ganz besonders extrem ausgeprägt- Schuldgefühle!

Verlust von Freude und Interessen: Wer mich kennt, der weiss , dass ich eine gesellige Person bin. Gerne viel Unterwegs, kontaktfreudig, aufgeschlossen und gerne mitten im Geschehen. Ok wer mich länger kennt als 4 Jahre müsste ich dazu sagen, denn seitdem habe ich mich sehr zurückgezogen. Fachleute beschreiben es so: "Es handelt sich hierbei um die stark verminderte oder sogar völlig erloschene Fähigkeit, sich an wichtigen Dingen des Alltags zu freuen bzw. daran teilzunehmen. Dieses kann sich auf das gesamte soziale Umfeld, also Familie, Freundeskreis oder den Beruf erstrecken, ( Das hat gar nichts damit zu tun, dass ich jemanden weniger mag oder mich in der Gegenwart nicht wohl fühle sondern eher dass ich immer geneigt bin, mich lieber zuhause zu verkriechen) aber auch das Interesse an Hobbies, Sport oder sexuellen Aktivitäten betreffen." Letzteres trifft erst seit ein paar Wochen zu (falls es wen interessiert )

Erschwert wird die Teilnahme am "normalen Leben" für mich durch Verminderung des Antriebs. Ich habe keine Kraft, die mir ein zielgerichtetes Verhalten erlaubt, also die Energie für mein tägliches Leben. Ist der Antrieb vermindert, stellt sich das Gefühl der Energielosigkeit ein. Die Motivation zur Durchführung selbst einfacher Alltagsaktivitäten wie Führen des Haushalts, Kochen oder gar Essen bis hin zur Hausaufgabenbetreuung der Kinder, Freizeitspass usw. ist abhanden gekommen – die Antriebslosigkeit wirkt wie eine tonnenschwere Last, die jede Bewegung ausbremst.


 

Ein großes Thema, welches auch diesen Blog betrifft "Konzentrationsstörungen" mir fallen Namen nicht mehr ein, ich vergesse wichtig Dinge, wenn ich sie nicht aufschreibe und manchmal vergesse ich sogar, in den Kalender zu schauen. Mir fehlt die Konzentration um mit den Gedanken bei einer Sache zu bleiben. Der Körper hat nur bestimmte Programme und ist damit beschäftigt, die Emotion.exe zu verarbeiten und schaltet dafür einfach Konzentration.exe ab. Ich bin nicht in der Lage, einen Text fehlerfrei zu schreiben und finde auch manchmal nicht die richtigen Worte. Ich bitte an dieser Stelle um Nachsicht und wenn ihr etwas nicht verstanden habt, fragt gerne nach- sofern es euch interessiert.

Das kleinere Übels sind dann noch die körperlichen Symptome:

Magenschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Schwindel, Atembeschwerden und leider auch manchmal Fressattacken. Meine Jeans sind schon recht spack! Zeit für die Reha!

 

4.2.15 17:46

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